Schatzregal und Heimatforschung

Ein auf den ersten Blick unwichtiges Thema kann jeden Bürger unseres Landes von einem Tag auf den anderen enteignen, oder in die Illegalität treiben: das Schatzregal

 

 

Die Archäologie stellt einen wichtigen Weg zur Ermittlung der eigenen Geschichte und Kultur dar.

Die von vielen direkt assoziierten Bilder von Archäologen in antiken römischen Tempelanlagen oder der ägyptischen Wüste stellen jedoch nur einen äußerst geringen Teil der tatsächlichen Archäologie dar.

Tatsächlich kann man in nahezu jedem deutschen Wald und auf jedem deutschen Acker kulturhistorische und archäologische Funde machen.

Neben alltäglichen oder landwirtschaftlichen Gegenständen der letzten Jahrhunderte finden sich dort auch nicht selten Relikte der alten Römer, Kelten, aus der Bronzezeit oder aus den zahlreichen Kriegen auf deutschem Boden vom 30 jährigen Krieg bis zum 2. Weltkrieg.

 

Diese Funde und Überbleibsel, Gebäudereste oder Wallanlagen eröffnen einen praktischen Blick in die eigene Vergangenheit.

Leider wird dieses Angebot der praktischen Erfahrung der eigenen Geschichte in Schulen und Universitäten bislang nahezu nicht genutzt.

 

Und wenn nun ein Bürger unseres Landes eigenes Interesse für seine Geschichte und die Geschichte seines Landes entwickelt und sich auf eigene Faust aufmacht, diese Geschichte zu entdecken, wie geht unser ach so freier und liberaler Staat mit ihm um?

 

Man kriminalisiert diese Personen und enteignet Grundbesitzer.

Genauer genannt regeln die sogenannten „Schatzregale“ der Länder den Besitzanspruch auf im Boden verborgene Gegenstände, deren Besitzer nicht mehr ermittelt werden kann.

Folglich darf nach diesen Gegenständen nicht gesucht werden (hier macht nur das Land Bayern die Ausnahme) und der zufällige Fund wertvoller oder historischer Gegenstände auf dem eigenen Grundstück wird mit Enteignung bestraft.

Finden Sie in Ihrem Garten also beispielsweise eine römische Goldmünze und behalten diese machen Sie sich der Fundunterschlagung strafbar.

Gemäß geltendem Gesetz müssten Sie diese Münze abgeben und erhielten dafür, sofern Sie nich in Bayern wohnen, keinen Finderlohn.

Sie haben also die Wahl: lassen Sie sich enteignen, oder machen Sie sich der Fundunterschlagung schuldig.

So können sich selbst rechtschaffene Bürger schnell und unwissend strafbar machen.

 

Die Arbeit unzähliger Hobbyarchäologen könnte eine wichtige Hilfe zur Erforschung der Heimatgeschichte darstellen.

Die bedeutendsten archäologischen Funde auf deutschem Boden wurden bislang durch Hobbyarchäologen gemacht, meist auf Gebieten, in die sich kein normaler Archäologe verirrt hätte. Beispielsweise seien die Himmelsscheibe von Nebra oder der Barbarenschatz von Rülzheim genannt.

 

Die legale Zusammenarbeit von „Schatzsuchern“ und Archäologen wird, trotz Interesses auf Seiten vieler Archäologen, auf Landesebene nicht gewünscht.

Die Folge ist absehbar: Bedeutende Funde werden aus Angst vor Strafverfolgung nicht gemeldet, rechtschaffene Bürger in die Illegalität getrieben und ein gewaltiges Potenzial ehrenamtlicher Hilfe zur Erforschung der Heimat verschenkt.

Deshalb fordere ich:

  • Abschaffung des Schatzregals in Baden-Württemberg nach Vorbild Bayerns, dadurch Liberalisierung des Landesrechts

 

  • Keine Enteignung von Grundbesitzern und Findern

 

  • Einbindung der praktischen Geschichte (Wallanlagen, Fundstücke, Ruinen,…) in den Geschichtsunterricht der weiterbildenden Schulen, um so Geschichte auch für Kinder und Jugendliche wieder greifbar und interessant zu machen

 

Manuel Speck

E-Mail: manuel.speck@afd-bw.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Manuel Speck, Alternative für Deutschland